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KI-Kennzeichnungspflicht 2026

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KI-Kennzeichnungspflicht 2026: Was Unternehmen, Webseiten und Werbeagenturen jetzt wissen müssen

Gilt ab August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bilder, Texte und Videos? Diese Frage stellen sich derzeit viele Unternehmen. Seit Inkrafttreten der EU-KI-Verordnung (AI Act) kursieren zahlreiche Informationen, teilweise auch missverständlich oder unvollständig. In diesem Beitrag erklären wir kompakt, welche Transparenzpflichten tatsächlich gelten, welche Unternehmen betroffen sind, wann eine Kennzeichnung erforderlich sein kann und was Unternehmen bei Webseiten, Social Media, Newslettern, Videos und Printmedien beachten sollten.

Kurz zusammengefasst: Der AI Act schreibt keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für alle mit KI erstellten Inhalte vor. Entscheidend sind immer die Art des Inhalts und der jeweilige Anwendungsfall.

Was ist der AI Act?

Der AI Act ist die europaweit geltende Verordnung über Künstliche Intelligenz. Ziel ist es, den Einsatz von KI sicherer und transparenter zu gestalten und gleichzeitig Innovationen zu fördern. Die einzelnen Vorschriften treten schrittweise in Kraft. Ab 2. August 2026 gelten unter anderem die Transparenzpflichten für verschiedene KI-Systeme.

Wer ist von der Kennzeichnungspflicht betroffen?

Betroffen sein können unter anderem:

  • Unternehmen
  • Selbstständige
  • Behörden
  • Vereine und Organisationen
  • Werbeagenturen
  • Marketingabteilungen
  • Social-Media-Manager
  • Webseitenbetreiber
  • Betreiber von Chatbots und KI-Assistenten

Grundsätzlich richtet sich die Verordnung an diejenigen, die entsprechende KI-Systeme einsetzen oder KI-generierte Inhalte veröffentlichen.

Welche KI-Inhalte müssen gekennzeichnet werden?

Der AI Act nennt insbesondere folgende Fälle:

KI-generierte Bilder

Werden Bilder vollständig oder wesentlich mit KI erzeugt und könnten als echte Fotografien verstanden werden, sollte dies transparent gemacht werden.

Beispiele:

  • KI-Fotos
  • fotorealistische Renderings
  • künstlich erzeugte Personen
  • manipulierte Fotos

KI-generierte Videos

Hierzu zählen insbesondere sogenannte Deepfakes oder Videos, deren Inhalte künstlich erzeugt oder verändert wurden.

KI-generierte Audiodateien

Auch künstlich erzeugte Stimmen oder manipulierte Sprachaufnahmen können unter die Transparenzpflichten fallen.

Chatbots

Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einer KI kommunizieren.

Ein einfacher Hinweis genügt häufig:

„Sie kommunizieren mit einem KI-Assistenten."

KI-generierte Texte

Eine Kennzeichnungspflicht betrifft insbesondere bestimmte Texte zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse.

Nicht jeder mit ChatGPT oder einer anderen KI erstellte Blogartikel oder Newsletter fällt automatisch darunter.

Müssen Webseiten gekennzeichnet werden?

Nein.

Eine Unternehmenswebseite muss nicht allein deshalb gekennzeichnet werden, weil bei ihrer Erstellung KI eingesetzt wurde.

Anders kann es sein, wenn auf der Webseite beispielsweise fotorealistische KI-Bilder oder andere synthetische Inhalte veröffentlicht werden, bei denen Nutzer annehmen könnten, sie seien echt.

Gilt die Kennzeichnungspflicht für Social Media?

Auch hier gilt:

Nicht jeder Instagram-, Facebook-, LinkedIn- oder TikTok-Beitrag muss automatisch gekennzeichnet werden.

Entscheidend ist der konkrete Inhalt.

Gilt die Kennzeichnungspflicht für Flyer, Broschüren oder Kataloge?

Der AI Act unterscheidet grundsätzlich nicht nach dem Medium, sondern nach dem jeweiligen KI-Inhalt.

Deshalb können theoretisch auch Printprodukte betroffen sein, wenn dort entsprechende KI-generierte Inhalte verwendet werden.

Eine pauschale Kennzeichnungspflicht für sämtliche Flyer oder Broschüren besteht jedoch nicht.

Wie sollte die Kennzeichnung aussehen?

Der Gesetzgeber schreibt derzeit keine feste Formulierung vor.

Mögliche Hinweise sind beispielsweise:

  • „KI-generierter Inhalt."
  • „Dieses Bild wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt."
  • „Mit Unterstützung von KI erstellt."
  • „Dieses Video enthält KI-generierte Inhalte."

Wichtig ist, dass die Kennzeichnung verständlich und gut wahrnehmbar erfolgt.

Welche Strafen drohen?

Bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten können Bußgelder verhängt werden.

Je nach Art des Verstoßes sind Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes möglich.

Die tatsächliche Höhe hängt jedoch immer vom jeweiligen Einzelfall ab.

Unsere Empfehlung für Unternehmen

Auch wenn viele Marketingmaßnahmen derzeit nicht automatisch kennzeichnungspflichtig sind, empfiehlt sich ein transparenter Umgang mit KI.

Unternehmen sollten insbesondere:

  • den Einsatz von KI dokumentieren,
  • interne Richtlinien erstellen,
  • Mitarbeitende sensibilisieren,
  • Veröffentlichungen prüfen,
  • KI-generierte Inhalte nachvollziehbar kennzeichnen, wenn dies erforderlich oder sinnvoll ist.

Dadurch lassen sich spätere rechtliche Risiken deutlich reduzieren.

Fazit

Der AI Act schafft mehr Transparenz beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Eine pauschale Kennzeichnungspflicht für alle KI-generierten Bilder, Texte, Webseiten, Flyer oder Social-Media-Beiträge gibt es jedoch nicht.

Wer KI verantwortungsvoll einsetzt, Inhalte sorgfältig prüft und dort transparent kennzeichnet, wo dies gesetzlich erforderlich oder sinnvoll ist, ist für die kommenden Anforderungen gut aufgestellt

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar.

Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Gesetzliche Vorgaben, behördliche Auslegungen sowie die Rechtsprechung können sich jederzeit ändern oder weiterentwickeln.

Für die rechtliche Bewertung eines konkreten Einzelfalls empfehlen wir, eine entsprechend qualifizierte Rechtsanwältin oder einen qualifizierten Rechtsanwalt beziehungsweise eine andere hierfür befugte Rechtsberatung zu konsultieren.

Eine Haftung für Entscheidungen oder Maßnahmen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen. 

 

 

 

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